Steg in den Gedenkwald Aspern

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Art des Erinnerns Installation
Status existiert
Gewidmet
Jahr von 2017
Jahr bis
Stifter Wien 3420 Aspern Developoment AG, MA49
Art des Stifters Stadt Wien
Standort Park
Ortsbezug Kulturort, Machtort
Bezirk 22
Historischer Bezug Nationalsozialismus
Thema der Erinnerung Deportation, Tod, Anderes
Gruppe Jüdinnen und Juden, Andere
Geschlechtsspezifik Beide
Quelle POREM
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Letzte Änderung am 12.12.2017 durch Admin

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Am 29. Mai 2017 eröffneten Heinrich Kugler (Vorstand Wien 3420 Aspern Developement AG), Karl Gasta (Bezirksvorsteher-Stellvertreter Donaustadt) sowie Herbert Weidinger (MA 49 – Forst- und Landwirtschaftsbetriebe) einen Steg, der aus der Seestadt Aspern in den 1987 angelegten und 1988 eröffneten Gedenkwald für 65.000 ermordete jüdische Bürger Wiens führt. Durch die Errichtung der Seestadt Aspern kam es zu einer Aufwertung dieses an der Peripherie Wiens gelegenen Areals sowie einer verstärkten Nutzung des Waldes. Deswegen wurde im Auftrag der Wien 3420 und der MA 49 ein Teil des ehemaligen Flugfeldes Aspern freigelegt, der Gedenkwald geforstet und ein Gedenksteg errichtet, der in das Naherholungsgebiet führt. Auf dem Holzsteg befinden sich Metalltafeln, die ineinander übergehend auf die verschiedenen historischen Schichten des Ortes verweisen. Auf dem Weg in den Gedenkwald werden die Geschichte des Erinnerungsortes und der antisemitischen Gewalt in Wien zwischen 1938 und 1945 erzählt. Auf dem Weg Richtung Seestadt werden das Flugfeld Aspern und die Entwicklung der Aviatik sowie die Seestadt Aspern thematisiert. Hierbei wechseln sich historische Fakten und Zitate ab. Die Inschrift auf dem Weg in den Gedenkwald lautet: <blockqoute> „Wohin des Weges? Schauen wir nicht alle zurück? [1] Am 9. April 1987 begannen 400 Wiener Schülerinnen und Schüler hier einen Wald zu pflanzen. In der steppenartigen Asperner Landschaft. Er soll dem Wiener Klima gut tun. [2] 65.000 Bäume im Gedenken an Wiener Juden und Jüdinnen, die von Nationalsozialisten ermordet wurden. Die meisten starben in Vernichtungslagern, in Maly Trostinec, Auschwitz, Sobibor. Und mit jedem Baum ein Quäntchen Hoffnung in die Herzen der Menschen senken. [3] Österreichische SS-Männer planten die Deportationen. Im Stadtzentrum, im Palais Rothschild. Die Züge fuhren vom Bahnhof Aspang im 3. Bezirk ab. 1988 setzte hier die Stadtverwaltung den Gedenkstein als erstes Denkmal an die ermordeten Juden im öffentlichen Raum. Inmitten des jungen Gedenkwaldes, auf den überschütteten Bahnen des Flughafens Aspern. Wo sich Eschen, Buchen, Eichen, Pappeln sanft im Wind wiegen.[4] Spazieren! Erholen.

Hoffen auf ein Gedeihen des Verständnisses für den anderen. [5]

Die Inschrift auf dem Weg aus dem Gedenkwald lautet: <blockqoute>

„Wo die Seestadt liegt... war der Flugplatz Aspern. Eröffnet 1912 mit der I. Internationalen Flugwoche. Zehntausende bewunderten Flugkünstler aus acht Ländern. Weil die Luft erobert ist, wird die Erde bombardiert und trotzdem bleib ich dem Traume gewogen (Karl Kraus) [6] 1918 Erster Postflugdienst zwischen Wien und Kiew. 1922 Passagierluftfahrt nach Prag, Budapest, Paris und Istanbul. Am 12. März 1938, dem Tag nach der Machtübernahme durch die NSDAP, landeten hier deutsche SS-Führer und Verbände der deutschen Luftwaffe. Das NS-Regime baute drei neue Rollbahnen. 1941 starteten Piloten zur Bombardierung Belgrads. Die Stadt wurde größtenteils zerstört. Zwischen 1955 und 1978 dienten die Flugbahnen dem privaten Flugsport. Dann wurden sie überschüttet, schließlich abgerissen. Der Beton kam im Straßenbau zur Verwendung.

Ein kleiner Teil ist am Ende des Steges noch sichtbar.“

Das Projekt wurde von zwoPK, Büro für Landschaftsarchitektur, umgesetzt. Das Konzept für die Gestaltung des Erinnerungszeichens wurde unter breiter Beteiligung der Bezirksvorstehung Donaustadt, der Israelitischen Kultusgemeinde, dem Stadtteilmanagement Seestadt Aspern, dem Historiker Peter Pirker, der Projektleitung Seestadt Aspern sowie den Auftraggebern, der Wien 3420 AG und der MA 49 Forst- und Landwirtschaftsbetriebe, erarbeitet. Bei der Errichtung des Steges, der Gestaltung des Vorplatzes und der Waldpflege war greenlab beteiligt, ein sozialökonomisches Projekt für Wiener Jugendliche.

Einzelnachweise

  1. Anne Kohn-Feuermann: Warum blickest Du zurück? In: Die Gemeinde, 10.04.1987, S. 37
  2. N. N.: Bund-Idee verwirklicht. Gedenkstein für jüdische Nazi-Opfer. In: Der Bund, Nr. 108 (1988), S. 4
  3. Paul Grosz: Ansprache. In: Die Gemeinde, 01.05.1987, S. 5
  4. N. N.: Bund-Idee verwirklicht. Gedenkstein für jüdische Nazi-Opfer. In: Der Bund, Nr. 108 (1988), S. 4
  5. Paul Grosz: Ansprache. In: Die Gemeinde, 01.05.1987, S. 5
  6. Zit. nach Marcel Atze: „Gönn’t mir den Flug!“ Frühe Aviatik samt deren Kritik bei Karl Kraus, Bertha von Suttner und anderen Wienern. In: Sylvia Mattl-Wurm / Markus Reuter (Hg.): Schwerer als Luft“. 100 Jahre Motorflug in Wien. Wien: Metroverlag 2009, S. 54

Anne Kohn-Feuermann: Warum blickest Du zurück? In: Die Gemeinde, 10.04.1987, S. 37 N. N.: Bund-Idee verwirklicht. Gedenkstein für jüdische Nazi-Opfer. In: Der Bund, Nr. 108 (1988), S. 4 Paul Grosz: Ansprache. In: Die Gemeinde, 01.05.1987, S. 5 N. N.: Bund-Idee verwirklicht. Gedenkstein für jüdische Nazi-Opfer. In: Der Bund, Nr. 108 (1988), S. 4 Paul Grosz: Ansprache. In: Die Gemeinde, 01.05.1987, S. 5 Zit. nach Marcel Atze: „Gönn’t mir den Flug!“ Frühe Aviatik samt deren Kritik bei Karl Kraus, Bertha von Suttner und anderen Wienern. In: Sylvia Mattl-Wurm / Markus Reuter (Hg.): Schwerer als Luft“. 100 Jahre Motorflug in Wien. Wien: Metroverlag 2009, S. 54

Literatur

Gedenkstege erzählen Geschichte von Aspern, [[1]] Gedenkwald in aspern Seestadt, [[2]]