Ruprechtskirche

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Die Ruprechtskirche (1969)
Art des Bauwerks Sakralbau
Jahr von 1200
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung polnische Kirche
Benannt nach Heiliger Rupert
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien,Paul Harrer: Wien, seine Häuser
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Letzte Änderung am 2.06.2017 durch Admin

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Bildname Datei:Ruprechtskirche.jpg
Bildunterschrift  Die Ruprechtskirche (1969)
Bildquelle WStLA, Fotos des Presse- und Informationsdienstes, FC1: 69186/4
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0

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Geschichte

Gründung

Nach einer Überlieferung Jans Enenkels (um 1280) ist die Ruprechtskirche die älteste Kirche Wiens und wurde noch zu seiner Zeit Pfarre genannt (obwohl die Wiener Pfarre seit 1147 Sankt Stephan war). Indirekt ist die Ruprechtskirche 1137 als Sitz des bischöflich-passauischen Wiener Pfarrers zu erschließen, dem damals die Wiener Gotteshäuser unterstanden. In der ältesten Erwähnung (1200) wurde bestätigt, daß Herzog Heinrich II. Jasomirgott nach 1155 beziehungsweise vor 1177 die Ruprechtskirche, die Peterskirche und die Kirche Maria am Gestade dem Schottenstift geschenkt hatte. Da Wien nach der langen heidnischen Periode (Awaren und Slawen 6. bis 8. Jahrhundert) durch die Awarenkriege Karls des Großen (791-799) unter die politische Kontrolle des christlichen Frankenreichs kam und von 799 bis um 828 zum Missionssprengel des Erzbistums Salzburg beziehungsweise 805-828 zum christianisierten Reststaat der Awaren zählte, ist die Weihe der auf dem Areal des einstigen Römerkastells Vindobona entstandenen drei Kirchen (Ruprechtskirche, Peterskirche, Maria am Gestade) im ersten Viertel des 9. Jahrhunderts anzunehmen (auch die rund um die Ruprechtskirche 1962, 1970 und 1972 auf eingeebneter spätantiker Ruinenschicht gefundene Keramik ist in diese Zeit zu datieren); die Patrozinien St. Ruprecht und St. Peter sind eindeutig salzburgischen Ursprungs.

Nach dem Ergebnis archäologischer Untersuchungen sind auch die ältesten Kirchen in Klosterneuburg (Sankt Martin) und Mödling (Urbau von Sankt Othmar) im 9. Jahrhundert entstanden. Alle diese (Missions-)Kirchen haben offenbar die Zeit der politischen Kontrolle des Wiener Raums durch die Ungarn (907-991) überdauert. Die Annahme, daß die drei Wiener Altkirchen erst im 11. Jahrhundert durch ein aus Salzburg stammendes Grafengeschlecht (Sieghardinger) auf damaligem Reichsgut (in Verbindung mit den Salzburger Klöstern St. Peter und Michelbeuern) gegründet worden seien, läßt sich nicht aufrechterhalten, denn 1. gehörte Wien ab etwa 828 beziehungsweise wieder ab 991 zum Missionssprengel beziehungsweise zur Diözese des Bistums Passau (Patrozinium St. Stephan), 2. findet sich in den reichen Quellen der beiden Salzburger Klöster nicht der geringste Hinweis auf Besitz, der hier dem Kloster gehört hätte, und Währing (wo Michelbeuern 1072 die Grundherrschaft erwarb) lag außerhalb des Wiener Burgfriedens, und 3. wird Wien 881 und neuerlich 1030 als Ort eines Kampfs mit den Ungarn genannt, muß also eine größere Siedlung gewesen sein, in der sich mit Sicherheit Kirchen befanden. Es ist allerdings anzunehmen, daß im 11. Jahrhundert, als der Raum von Wien nicht mehr bloßes Missionsgebiet war, sondern in das Passauer Pfarrnetz einbezogen wurde, die Ruprechtskirche Sitz der Wiener Pfarre wurde, deren Patronat vielleicht 1106 vom Reich an die Babenberger, 1137 von diesen an den Passauer Bischof überging.

Nach der Erbauung der neuen Pfarrkirche St. Stephan (1137-1147) wurde der Sitz der Pfarre dorthin verlegt; die Schenkung der drei Altkirchen an das 1155 gegründete Schottenstift (vor 1177) sollte den Mönchen vermutlich einen provisorischen Gottesdienst bis zur Fertigstellung ihrer eigenen Klosterkirche (um 1177; Schottenkirche) ermöglichen. Sowohl um die Ruprechtskirche als auch um die Peterskirche bestanden Friedhöfe; erst 1265 wurden den Schotten Bestattungen auf diesen verboten. Das Patronat über Maria am Gestade traten die Schotten schon 1302 der Familie Greif ab; den Gottesdienst in der Ruprechts- und der Peterskirche ließen sie durch Kapläne versehen.

Mittelalter

1429 gab es in der Ruprechtskirche fünf Altäre; eine Inschrift von 1436 hielt die Renovierung der Kirche durch den Gmundener Salzamtmann Georg von Auersperg fest; 1439 ließ Friedrich V. (Kaiser III.) seine Devise AEIOU in der Kirche anbringen. Bauaufwendungen sind für 1481 bezeugt, der Taufstein stammt von 1500; die Bestattung des am 9. September 1521 verstorbenen Ratsbürgers Ulrich Schwaiger in der Ruprechtskirche (Grabstein erhalten) hängt wohl mit der damals in Wien grassierenden Pest zusammen. 1544 traten die Schotten das Patronat über die Ruprechtskirche (und jenes über die Peterskirche) an Ferdinand I. ab, das zugehörige Kaplanhaus (ab 1378 am Ruprechtsplatz nachweisbar), das 1533-1545 den Franziskanern als Notquartier gedient hatte, wurde 1545 an Private verkauft.

Neuzeit

Die Obsorge für die Ruprechtskirche, an der die Franziskaner bis ins 18. Jahrhundert Gottesdienst versahen, wurde 1548 dem Salzamtmann und Stadtanwalt Andre Lindauer, 1563 dem Hansgrafen Christoph Zoppl und 1582 dem im benachbarten Praghaus untergebrachten kaiserlichen Salzamt anvertraut (Salzamtmann Georg Nagl ließ laut Inschrift von 1622 die schon sehr baufällige Ruprechtskirche wiederherstellen, Salzamtmann Johann Baptist Bartolotti von Partenfeld finanzierte die Reparatur von 1701-1703 und die Anlage einer Gruft, die den Mitgliedern der 1708 gegründeten Armenseelenbruderschaft als Grabstätte diente). 1740 beging man unter Zugrundelegung eines legendären Gründungsjahrs 740 die 1000-Jahr-Feier von St. Ruprecht. Bei der Erneuerung der Innenausstattung (1765) wurde ein großes romanisches Kruzifix aus der Ruprechtskirche entfernt (heute in der Melkerhofkapelle). 1783 wurde die Armenseelenbruderschaft aufgehoben und die Gruft für weitere Bestattungen gesperrt. Den Gottesdienst in der Ruprechtskirche versahen 1790-1812 Hieronymitaner. 1813 wurde sie der Dompfarre St. Stephan unterstellt; für den Gottesdienst sorgte ein Kirchenrektor.

19. Jahrhundert

Beim Neubau des benachbarten Seitenstettner Hofs (1825-1828) erlitt die Ruprechtskirche schwere Schäden (Wiederherstellung bis 1829 aus Mitteln der Zollgefällen-Administration, die das landesfürstliche Patronat anstelle des 1824 aufgelassenen Salzamts [Freigabe des Salzhandels am 1. April 1824] ausübte). Nach dem Abbruch des ehemaligen Salzamtsgebäudes (1832-1834) wurde von dem gewonnenen Areal ein Teilstück zur Anlage eines Straßengrunds vor der Ruprechtskirche verwendet, der Rest aber neu verbaut. An den Turm der Ruprechtskirche wurde 1837 ein schmales, neugotisches Gebäude zur Unterbringung der Meßornate (Paramente) angebaut, zugleich wurde das Kirchenpflaster ausgebessert. Bei der Renovierung von 1886 wurden Inschriften aus dem 17. Jahrhundert freigelegt, aber wieder übermalt.

20. Jahrhundert

Die durchgreifendste Erneuerung der Ruprechtskirche fand 1931-1937 unter Kirchenrektor Jakob Fried statt. 1945 wurde die Ruprechtskirche schwer beschädigt (Kampfzone am Donaukanal), 1946-1949 erfolgte die Wiederherstellung. 1995 beantragte der Verein für Geschichte der Stadt Wien beim Bundesdenkmalamt eine (erstmalige) gründliche archäologische Untersuchung der Ruprechtskirche, um endgültig Klarheit über deren Entstehungszeit zu gewinnen.

Äußeres

Einfache romanische Kirche mit Westturm (mittlerer Turmteil mit rundbogigen romanischen Doppelfenstern; der Turm wurde zweimal [um 1130/1140 beziehungsweise um 1160/1170] erhöht), an der Südseite einfach profiliertes gotisches Portal.

Inneres

Saalkirche mit polygonalem Chor (im Mittelfenster die ältesten Glasmalereien Wiens: „Thronende Maria" und „Kreuzigung", Ende 13. Jahrhundert). Im Seitenschiff Kreuzrippengewölbe (ornamentale Malerei Anfang 17. Jahrhundert), Orgelempore mit bemerkenswerter Maßwerkbrüstung (AEIOU, 1439). Ihr heutiges Aussehen verdankt die Ruprechtskirche der Umgestaltung 1931-1937 (unter anderem Einziehen einer hölzernen Flachdecke unter den wahrscheinlich 1622 eingezogenen Gewölben). Der Hochaltar (mit barockem Tabernakel und barocken Holzfiguren) steht über dem romanischen Steintisch. Zu den alten Ausstattungsstücken gehören das ehemalige Hochaltarbild „Heiliger Ruprecht" (von Johann Georg Schmidt; rechte Chorwand), das freischwebende Kruzifix vor dem Triumphbogen (erste Hälfte 18. Jahrhundert), die Holzfiguren „Maria mit Kind auf Mondsichel" (erste Hälfte 16. Jahrhundert), Joachim und Anna (18. Jahrhundert, Seitenschiffaltar), das gotische Weihwasserbecken (1500, linkes Seitenschiff) und das Holzrelief „Heiliger Ruprecht" (16. Jahrhundert, Langhaus rechts).

An der Kirche Ruprechtsstatue.

Literatur

  • Richard Perger: Beiträge zur Geschichte der Ruprechtskirche in Wien. In: Pro civitate Austriae NF 1 (1996), S. 7ff.
  • Richard Perger: Die Grundherren im mittelalterlichen Wien. Teil 1. In: Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Stadt Wien 19/20 (1963/64), S. 51 f.
  • Wolfgang J. Bandion: Steinerne Zeugen des Glaubens. Die Heiligen Stätten der Stadt Wien. Wien: Herold 1989, S. 49 ff.
  • Felix Czeike: Wien. Innere Stadt. Kunst- und Kulturführer. Wien 1993, S. 146 f.
  • Franz Zehetner: Ruprechtskirche Wien. Salzburg: Verl. St. Peter 1998 (Christliche Kunststätten Österreichs, 314)
  • Alois Kunzfeld: Die Ruprechtskirche. Wien: Bundesverlag 1926 (Heimatkundliche Wanderungen, 9)
  • Anton von Mailly, Die Kirche von Sankt Ruprecht in Wien. Wien: Kirsch 1927
  • Alfred Missong: Heiliges Wien. Ein Führer durch Wiens Kirchen und Kapellen. Wien: Dom-Verlag 1970, S. 53 ff.
  • Gustav Gugitz: Österreichs Gnadenstätten in Kult und Brauch. Band 1: Wien. Wien: Hollinek 1955, S. 34 f.
  • Justus Schmidt / Hans Tietze: Dehio Wien. Wien: A. Schroll 1954 (Bundesdenkmalamt: Die Kunstdenkmäler Österreichs), S. 38 f.
  • Karl Oettinger: Das Werden Wiens. Wien: Bauer 1951, S. 84 ff.
  • Leopold Sailer: Die Wiener Ratsbürger des 14. Jahrhunderts. Wien: Deutscher Verlag für Jugend und Volk 1931 (Studien aus dem Archiv der Stadt Wien, 3/4), S. 132 ff.
  • Hermine Cloeter: Zwischen Gestern und Heute. Wanderungen durch Wien und den Wienerwald. Berlin: Meyer & Jessen 1912, S. 126 ff.
  • Berichte und Mitteilungen des Altertums-Vereines zu Wien. Wien: Gerold 1856-1918. Band 41,1908, S. 3 ff.
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 3: Allgemeine und besondere Topographie von Wien. Wien: Jugend & Volk 1956, S. 108 f.