Rudolf IV.

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Personenname Rudolf IV.
Abweichende Namensform Rudolf IV. der Stifter
Titel Herzog von Österreich
Geschlecht männlich
GND
Wikidata
Geburtsdatum 1. November 1339 JL
Geburtsort Wien
Sterbedatum 27. Juli 1365 JL
Sterbeort Mailand
Beruf
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Siehe auch
Ressource Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Letzte Änderung am 13.06.2014 durch Admin
Bestattungsdatum
Friedhof
Grabstelle Stephansdom, Herzogsgruft
Ehrengrab

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Rudolf IV. der Stifter, * 1. November 1339 Wien, † 27. Juli 1365 Mailand (Stephansdom, Herzogsgruft unter dem Frauenchor; die ursprünglich im Mittelchor errichtete und im 17. Jahrhundert in den Nordchor verlegte Tumba ist ein Kenotaph [ohne Bestattung]), Herzog von Österreich, Gattin Katharina von Böhmen ( * 1342 Prag, † 26. April 1395 Wien [Stephansdom; zweite Ehe mit Markgraf Otto V. von Brandenburg [† 1379]; nach ihrer Rückkehr lebte sie einige Jahre in der Burg zu Perchtoldsdorf, Niederösterreich]; Tochter Kaiser Karls IV.), Sohn Herzog Albrechts II. von Österreich und dessen Gattin Johanna von Pfirt. Wurde nach dem Tod seines Vaters 1358 Landesfürst in Österreich (1360 versuchte er sich durch das Privilegium maius die Gleichstellung mit den Kurfürsten und den Titel Erzherzog zu sichern). 1359 legte er den Grundstein zum spätgotischen Neu- und Umbau des Stephansdoms, in den er 1365 das 1358 in der Hofburg gegründete Kapitel (Wiener Domkapitel) verlegte, 1363 stiftete er die Herzogsgruft unter dem Frauenchor von Sankt Stephan. Rudolf fällte für die Bürger Wiens wesentliche wirtschaftspolitische Entscheidungen: 1360 erklärte er die "ewigen" Reallasten auf den Wiener Häusern (Grund- und Burgrecht) mit dem achtfachen Jahreszins für ablösbar, im selben Jahr erließ er eine Verordnung zur Belebung des Wiederaufbaus zerstörter Häuser (dreijährige Steuerfreiheit), 1361 hob er den Zunftzwang auf, verzichtete auf den jährlichen "Münzverruf" (Abwertung gängiger Münzen mittels Gewichtsminderung des Edelmetalls zugunsten der landesfürstlichen Kammer) und führte als Ersatz eine allgemeine Getränkesteuer ein (Ungeld), 1364 übertrug er dem Wiener Rat die Gewerbehoheit (Befugnis zur Erlassung von Gewerbevorschriften), und 1365 gründete er die Universität (noch ohne theologische Fakultät). Rudolf wirkte bahnbrechend in der Sozial- und Wirtschaftspolitik; seine Stiftungen (Dom, Kapitel, Universität) sollten Wien eine Vorrangstellung im Reich sichern. Er schuf der habsburgischen Familie den Mythos als "Erz-Haus". In der Landespolitik am bedeutsamsten war 1363 die Erwerbung Tirols. 1364 schloß er mit seinen Brüdern Albrecht III. und Leopold III. eine "Hausordnung", derzufolge jeweils der älteste der Familie dieser vorstehen und die Regierung aller Länder leiten sollte. Ein zeitgenössisches Porträt Rudolfs befindet sich im Wiener Dom- u. Diözesanmuseum, zeitgenössische Statuen befanden sich an den Fürstentoren und am Hochturm von St. Stephan (Originale im Historischen Museum der Stadt Wien). Rudolfdenkmal (1).

Literatur

  • Hellmuth Rössler / Günther Franz: Biographisches Wörterbuch zur deutschen Geschichte. Band 2: I - R. München: A. Francke 1974, S.
  • Walter Kleindel [Zusammenst.] / Hans Veigl [Mitarb.]: Das große Buch der Österreicher. 4500 Personendarstellungen in Wort und Bild. Namen, Daten, Fakten. Wien: Kremayr & Scheriau 1987, S. 442-443
  • Brigitte Hamann [Hg.]: Die Habsburger. Ein biographisches Lexikon. Wien: Ueberreuter 1988, S. 407-410
  • Ernst Karl Winter: Rudolf IV. von Österreich. 2 Bände. Wien: Reinhold 1934-1936
  • Alphons Lhotsky: Rudolf IV. Gedenkrede. In: Aufsätze und Vorträge. Hg. von Hans Wagner u. Heinrich Koller. Band 2: Das Haus Habsburg. Wien: Verl. für Geschichte u. Politik 1971, S. 106-118
  • Alphons Lhotsky: Die Problematik der geschichtlichen Erscheinung Rudolfs IV. In: Alphons Lhotsky: Aufsätze und Vorträge. Hg. von Hans Wagner u. Heinrich Koller. Band 5: Aus dem Nachlass. Mit Werkverzeichnis und Register. Wien: Verl. für Geschichte u. Politik 1976, S. 127-142
  • Alphons Lhotsky: Das Nachleben Rudolfs IV. in Tradition und Historiographie. In: Aus dem Nachlass. Mit Werkverzeichnis und Register. Hg. von Hans Wagner u. Heinrich Koller. Band 5: Alphons Lhotsky: Aufsätze und Vorträge. Wien: Verl. für Geschichte u. Politik 1976, S. 143-156
  • Hugo Hantsch [Hg.]: Gestalter der Geschicke Österreichs. Innsbruck: Tyrolia 1962 (Studien der Wiener Katholischen Akademie, 2) S. 77-90
  • Hanns Leo Mikoletzky: Herzog Rudolf IV., genannt der Stifter. In: Tausend Jahre Österreich. Eine biographische Chronik. Hg. von Walter Pollak. Band 1: Von den Babenbergern bis zum Wiener Kongreß. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1973, S. 63-69
  • Erwin Heinzel: Lexikon historischer Ereignisse und Personen in Kunst, Literatur und Musik. Wien: Hollinek 1956, S. 634 f.
  • Karl Lind: Ein Glasgemälde mit dem Bildnisse Herzog Rudolfs IV. in Wien. In: Berichte und Mitteilungen des Altertums-Vereines zu Wien, 22. Wien: Gerold 1883, S. 36-38
  • Walter Obermaier: Die Beurteilung Herzog Rudolfs IV. von Österreich in der Geschichtsschreibung vom 14. bis zum 18. Jahrhundert 1979. eine Untersuchung anhand der Bestände der Wiener Stadt- und Landesbibliothek. Wien[u.a.]: Jugend & Volk 1979 (Wiener Schriften, 43) (Neue Forschungsergebnisse aus der Wiener Stadt- und Landesbibliothek, 7) S. 31-80
  • Gustav Künstler: Das Bildnis Rudolfs des Stifters, Herzogs von Österreich, und seine Funktion. In: Mitteilungen der Österreichischen Galerie, 60 (1972), S. 5-15
  • Ursula Begrich: Die fürstliche Majestät Herzog Rudolfs IV. von Österreich. Wien: Geyer 1965 (Wiener Dissertationen aus dem Gebiete der Geschichte, 6) Zugl.: Diss. Univ. Wien 1964