Gedenktafel für jüdische HausbewohnerInnen - Sammelwohnungen Neutorgasse 15

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Art des Erinnerns Gedenktafel
Status existiert
Gewidmet Michaela Ellyson, Agnes Daisy Ellyson, Helene Heimler, Martha Tintner, Josef Poor, Lea Pelz, Leo Follender, Rosa Follender, Sophie Lehner, Anna Karpeles, Amalia Steiner, Leib Entenberg, Ella Entenberg, Franziska Popper, Michl Feldmann, Balie Feldmann, Samuel Schallinger, Paul Hirsch, Gisela Hirsch, Ignatz Popper, Risa Popper, Eugen Stein, Emilie Kroch, Julius Berdach, Olga Berdach, Carl Berdach, Josefine Klein, Margarethe Popper, Emilie Agathe Rona, Mina Gottlieb, Margit Tintner, Samuel Popper, Amalie Ertler, Rosa Löwinger, Hermann Smetana, Therese Ratzersdorfer, Friedrich Tintner, David Steiner
Jahr von 2016
Jahr bis
Stifter Stadt Wien
Art des Stifters Stadt Wien
Standort Im Gebäude
Ortsbezug Wohnort, Deportations- oder Todesort, Repressionsort
Bezirk 1
Historischer Bezug Nationalsozialismus
Thema der Erinnerung Haft, Beraubung, Deportation, Tod
Gruppe Jüdinnen und Juden
Geschlechtsspezifik Beide
Quelle POREM
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Letzte Änderung am 12.12.2017 durch Admin

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Am 4. Mai 2016 wurde im Haus Neutorgasse 15 im ersten Bezirk eine Gedenktafel enthüllt, die an jene jüdischen BewohnerInnen erinnern soll, die hier teilweise bereits vor der Herrschaft des Nationalsozialismus wohnten, während der NS-Zeit in Sammelwohnungen interniert waren und hier verstarben oder in Konzentrationslagern ermordet wurden. Die Errichtung der Gedenktafel geht auf die Stadt Wien zurück, die an dieser Adresse verschiedene Büros hat. Grundlage für die Gedenktafel war ein Dossier über das Schicksal der ehemaligen BewohnerInnen, das der Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus auf Anregung von Christine Spiess, Projektleiterin der Stadt Wien für die Seestadt Aspern, erstellt hatte.


Die Inschrift der Tafel lautet:

„Zum Gedenken

Wien 1, Neutorgasse 15

Die Geschichte dieses Gebäudes ist mit dem tragischen Schicksal zahlreicher Menschen verbunden – für viele war es die letzte Adresse vor ihrem Tod in den nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagern.

Zwischen 1939 und 1943 waren nach der Einrichtung von Sammelwohnungen insgesamt 39 Bewohnerinnen und Bewohner unter dieser Adresse gemeldet, die nach den Nürnberger Rassengesetzen als jüdisch galten. 27 Frauen und Männer wurden zwischen Oktober 1941 und Oktober 1942 von dieser Adresse in Ghettos oder Konzentrationslager deportiert und ermordet. 6 Personen verstarben noch vor Ort in diesem Haus, weitere 5 wurden zunächst in andere Sammelwohnungen / Einrichtungen in Wien verbracht und später in Konzentrationslager deportiert und ermordet.

Michaela Ellyson, Auschwitz Agnes Daisy Ellyson, Auschwitz Helene Heimler, Ghetto Litzmannstadt Martha Tintner, Maly Trostinec Dr. Josef Poor, Maly Trostinec Lea Pelz, Maly Trostinec Leo Follender, Maly Trostinec Rosa Follender, Maly Trostinec Sophie Lehner, Maly Trostinec Anna Karpeles, Maly Trostinec Amalia Steiner, Maly Trostinec Leib Entenberg, Maly Trostinec Ella Entenberg, Maly Trostinec Franziska Popper, Maly Trostinec Michl Feldmann, Theresienstadt Balie Feldmann, Theresienstadt Samuel Schallinger, Theresienstadt Paul Hirsch, Theresienstadt Gisela Hirsch, Theresienstadt Ignatz Popper, Theresienstadt Risa Popper, Theresienstadt Hofrat Dr. Eugen Stein, Theresienstadt Emilie Kroch, Theresienstadt Dr. med. Julius Berdach, Theresienstadt Olga Berdach, Theresienstadt Dr. med. Carl Berdach, Theresienstadt Josefine Klein, Theresienstadt Margarethe Popper, Theresienstadt, Auschwitz Emilie Agathe Rona, Theresienstadt, Auschwitz Mina Gottlieb, Theresienstadt, Treblinka Margit Tintner, unbekannt Dr. med. Samuel Popper, Wien, Neutorgasse 15 Amalie Ertler, Wien, Neutorgasse 15 Rosa Löwinger, Wien, Neutorgasse 15 Komm. Rat Hermann Smetana, Wien, Neutorgasse 15 Therese Ratzersdorfer, Wien, Neutorgasse 15 Dr. Friedrich Tintner, Wien, jüdisches Spital David Steiner, Wien, jüdisches Altersheim

Nur eine damalige Bewohnerin überlebte den Holocaust. Ella Herzer war in mehreren Konzentrationslagern inhaftiert und verstarb 1957 in Australien.

Zur mahnenden Erinnerung an die nationalsozialistischen Gräueltaten, an die Beraubung und Enteignung, Vertreibung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung in Wien und Österreich.

Niemals vergessen!

Stadt Wien, September 2015“

An der Enthüllung der Gedenktafel nahmen Wohnbaustadtrat Michael Ludwig, die Botschafterin Israels, Talya Lador-Fresher, VertreterInnen der Israelitischen Kultusgemeinde und des Nationalfonds sowie weitere VertreterInnen der Stadt Wien teil.

Literatur