Eduard Uhl

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Personenname Uhl, Eduard
Abweichende Namensform
Titel Bürgermeister, Ritter, Ehrenbürger der Stadt Wien
Geschlecht männlich
GND
Wikidata
Geburtsdatum 12. Dezember 1813
Geburtsort Wien
Sterbedatum 1. Dezember 1892
Sterbeort Wien
Beruf Privatier, Bürgermeister
Parteizugehörigkeit Mittelpartei
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Siehe auch
Ressource Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Recherche
Letzte Änderung am 13.06.2014 durch Admin
Bestattungsdatum
Friedhof
Grabstelle Zentralfriedhof; Ehrengrab, Grab 14A, Nr. 27
Ehrengrab
  • 8., Wickenburggasse 16 (Sterbeadresse)


Uhl Eduard (16. März 1890 Ritter von), * 12. Dezember 1813 Josefstadt, Neuschottengasse 131 (8, Piaristengasse 7; wurde 1944 samt Gedenktafel [enthüllt 11. Dezember 1913] durch Bomben zerstört), † 01. Dezember 1892 Wien 8, Wickenburggasse 16 (Zentralfriedhof, Ehrengrab, Grab 14A, Nummer 27; Marmorrelief [Brustporträt] von Carl Anselm Zinsler), Privatier, Bürgermeister, erste Gattin (1840) Rosalia Dobsch (1815-1859), zweite Gattin (1871) Thekla Janka (1827-1914).

Widmete sich nach Besuch des Piaristengymnasiums naturwissenschaftlichen Studien, konnte diese jedoch, da ihn der Vater (ein Arzt) für eine Beamtenlaufbahn vorsah, nicht vollenden; seinen Magistratsdienst begann Uhl 1832 im Hauptdepositenamt.

Als sein Vater 1840 starb, quittierte er den Dienst, betrieb wieder naturwissenschaftliche und historische Studien und lebte dank des väterlichen Erbes (zu dem auch sein Geburtshaus gehörte) als Privatier. Während der Revolution 1848 war Uhl Hauptmann in der sechsten Kompanie der Nationalgarde am Alsergrund und erwarb sich durch sein offenes Eintreten für die Rechte bürgerliche Freiheit die Sympathie und das Vertrauen weiter Kreise. Da er auch in der neoabsolutistischen Ära am liberalen Gedankengut festhielt, übte er in den 50er Jahren kein öffentliches Amt aus. 1861 wurde er in den Gemeinderat gewählt (Beschäftigung insbesesondere mit Fragen der Wasserversorgung und der Donauregulierung). Er setzte Teile seines Privatvermögens ein, um zur schnelleren Realisierung der Hochquellenleitung beizutragen.

Politisch schloß er sich der liberalen Mittelpartei an, war aber dank seines sachlich-taktvollen Verhaltens auch bei anderen Fraktionen und durch volkstümliches Auftreten und Hilfsbereitschaft bei der Bevölkerung beliebt. Ab 1862 Schriftführer des Gemeinderats, wurde Uhl 1875 zum zweiten und 1878 zum ersten Bürgermeister-Stellvertreter, 1878 auch in den niederösterreichischen Landtag und nach dem Rücktritt von Julius Newald am 9. Februar 1882, da sich die anderen Fraktionen des Gemeinderats auf keinen Kandidaten einigen konnten, zum Bürgermeister gewählt. Er bemühte sich um einen Ausgleich mit der Opposition und setzte als Schwerpunkte die Reorganisation des Feuerlöschwesens, den Ausbau der Approvisionierungsanlagen (Schlachthäuser) und die Errichtung von Waisenhäusern.

Uhls Bürgermeisterära wurde vom unaufhaltsamen Vordringen der antiliberalen Opposition überschattet (1885 kleine Wahlrechtsreform, 1887 Gründung des Christlichsozialen Vereins). Mehrmals einigte man sich auf eine Wiederwahl nur deshalb, weil man ihn anderweitig nicht zu versorgen wußte (Uhl hatte 1873 sein Vermögen, nicht zuletzt infolge einer schlechten Anlageberatung, die man Newald zur Last legte, weitgehend eingebüßt). Als er von Johann Prix immer stärker attackiert wurde, trat Uhl am 14. November 1889 aus Altersgründen zurück. Ab 1884 Landmarschall-Stellvertreter von Niederösterreich, Ehrenbürger der Stadt Wien (14. November 1889).

Uhlplatz.

Literatur

  • Constantin v. Wurzbach: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich. Enthaltend die Lebensskizzen der denkwürdigen Personen, welche 1750 bis 1850 im Kaiserstaate und in seinen Kronländern gelebt haben. Band 48: Trzetrzewiński – Ullepitsch. Wien: Verlag der typografisch-literarisch-artistischen Anstalt 1883
  • Felix Czeike: Wien und seine Bürgermeister. Sieben Jahrhunderte Wiener Stadtgeschichte.Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1974, S. 328 ff.
  • Felix Czeike: Vizebürgermeisteramt 4. In: Handbuch der Stadt Wien 96, 1981/1982), II, S. 30 f.
  • Richard Perger: Eduard Uhl - ein Urwiener als Bürgermeister. In: Katalog Wiener Bürgermeister und die Josefstadt, Bezirksmuseum Josefstadt, 1996, S. 17 ff.
  • Handbuch der Stadt Wien 99, 1984/1985), II, S. 236
  • Hans Rotter: Die Josefstadt. Geschichte des 8. Wiener Gemeindebezirkes. Wien: Selbstverlag 1918, S. 382, 457
  • Oesterreichischer Wappenalmanach. Wien: Heraldisch-Genealogische Gesellschaft Adler 1969, S. 28 f.
  • Hanns Jäger-Sunstenau: Die Ehrenbürger und Bürger ehrenhalber der Stadt Wien. Wien: Deuticke 1992 (Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte, 23), S. 64
  • Robert S. Budig / Gertrude Enderle-Burcel / Peter Enderle: Ehrengräber am Wiener Zentralfriedhof. Wien: Compress Verlag 1995